Gesundheit
Obwohl der Border Terrier als sehr gesund und robust gilt, haben sich mittlerweile doch die eine oder andere rassenspezifische Krankheiten entwickelt:
Spongiform Leucoencephalomyelopathy (SLEM), auch bekannt als Shaking Puppy Syndrom
Diese Erkrankung befällt junge Welpen nachdem sie die Augen öffnen und anfangen aktiv zu werden. Sie entwickeln, von den Hinterbeinen an, einen starken Tremor, der sich fortschreitend durch den ganzen Körper zieht und es ihnen im schlimmsten Falle nicht mehr ermöglicht, an der Zitze „anzudocken“ und zu trinken. Die Erkrankung ist weder therapierbar noch heilbar. Die betroffenen Welpen müssen euthanasiert werden. Das Gute ist, dass man diese Krankheit aufgrund eines Gentestes identifizieren und mit entsprechender Verpaarung vermeiden kann. Unsere Border Terrier sind alle auf SLEM getestet! Mehr Informationen dazu hier.
Augenuntersuchung inklusive Gonioskopie
Seit Juli 2023 wird in der Schweiz bei in Zucht stehenden Border Terriern eine Augenuntersuchung inklusive Gonioskopie verlangt. Man untersucht also die Hunde auf bekannte und vererbbare Augenerkrankungen einschliesslich einer Kammerwinkelanomalie (Irido Corneal Angle Anomaly - ICAA).
Die Gerüchteküche verursacht durch Unkenntnis sehr häufig Unterstellungen, jemand „züchtet mit kranken Hunden“. Das ist gemäss Zuchtreglement des Zuchtverbandes gar nicht zulässig, und deshalb möchten wir hier etwas aufklären:
Eine regelmässige Augenuntersuchung beinhaltet normalerweise keine Ginioskopie. Die ECVO empfiehlt eine erste Gonioskopie mit ca. 1 Jahr, dann eine Wiederholung mit 4 und 7 Jahren. Bei betroffenen Hunden können auf Anraten des Augenarztes individuelle Untersuchungstermine besprochen werden.
Während dieses schmerzlosen Verfahrens verwendet der Augenarzt eine spezielle Kontaktlinse die direkt auf das Auge gelegt wird um die Kammerwinkel zu begutachten.
Bei der Gonioskopie werden mehrere Dinge angeschaut:
Winkelbreite: Diese kann normal, eng, oder geschlossen sein. Ein normaler Winkel ermöglicht einen ordnungsgemässen Abfluss der Augenflüssigkeit, während enge oder geschlossene Abflussprobleme verursachen können, was das Risiko für ein Glaukom erhöht.
Ligamentum pectinatum: Das Ligamentum pectinatum ist wie ein Teesieb; wenn die Löcher zu klein sind, können sie leichter verstopfen, was in schweren Fällen zu einem akutem Glaukom führen kann. Diese winzige Struktur hilft, Flüssigkeit aus dem Auge abzulassen. Der Augenarzt überprüft seine Form und die Anordnung der Fasern. Wenn die Fasern zu gross oder zu eng beieinander liegen, können sie den Abfluss blockieren.
Die Klassifizierung von Winkelbreite und Ligamentum pectinatum hilft, den Schweregrad zu beurteilen:
Leichte ICAA
Normaler (offener) Winkel mit geringfügigen Anomalien im Ligamentum pectinatum.
Geringes Risiko für ein Glaukom
Zucht nur mit einem ICAA-freien Partner
Mässiges ICAA
Offener oder enger Winkel mit erheblichen Anomalien im Ligamentum pectinatum
Mittleres Risiko für ein Glaukom
Zucht nur mit einem ICAA-freien Partner
Schweres ICAA
Geschlossener Winkel mit schweren Anomalien im Ligamentum pectinatum
Hohes Risiko für ein Glaukom. Enge Kontrolle des Augendrucks um allfällige präventive medizinische Therapie einzuleiten.
Keine Zucht
Man beachte, das meist beide Augen eines Hundes betroffen sind.
Der genaue Erbvorgang ist immer noch unbekannt. Man hat aber bei betroffenen Rassen bereits gute Resultate mit der oben beschriebenen Strategie erreicht. Somit gilt das Vorgehen aktuell als bewährt.
Paroxysmale Gluten-sensitive Dyskinesie (PGSD)
Das Canine Epileptoid Cramping Syndrome (CECS) oder auch "Krämpfigkeit" ist Züchtern und Haltern von Border Terriern bereits seit der Jahrhundertwende bekannt. Die Erkrankung wird gelegentlich auch als „Spike’s Disease“ bezeichnet nach einem der ersten Hunde, bei dem diese Erkrankung festgestellt worden war. PGSD ist nicht heilbar, jedoch mit entsprechender Ernährung gut in den Griff zu bekommen. Mehr Informationen hier.
Dissertation von J. von Kurnatowski: Klinische und genetische Untersuchungen zu Krampfanfällen bei Border Terriern siehe hier
Gerne geben wir unsere Erfahrungen zum Thema Ernährung beim Border Terrier in einem persönlichen Gespräch weiter.
Mehr zu der Gesundheit des Border Terriers (Englisch): Border Terrier Health